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- 3.2.04 -

[So it goes 2.0]

Bei allen guten Geistern, die mich nun verla....

Ach, was soll´s? Machen wir es kurz: So it goes lebt weiter, wieder, immer noch. Aber - nicht mehr hier. Sondern da. Also - alle rüber da, aber zacki.

Zu guter Letzt - ein Kommentar von Mike:

"Thank god almighty that I am free of Blogger at last."

- Gregor 09:19 [+] -
...
- 19.1.04 -
[2. Weltkrieg]

Die britische Regierung veröffentlicht erstmals mehr als 2 Millionen Luftbildaufnahmen aus dem 2. Weltkrieg, und zwar im Internet.

- Gregor 21:18 [+] -
...
[Test von Zuhause]

So, und jetzt ein alles entscheidender Test von zu Hause aus...denn die anderen waren ja von Arbeit aus, und dort habe ich ISDN. Nur hier, hier ist DSL und seit ich das habe (und eigentlich habe ich es nur des Bloggens wegen geholt), funktioniert gar nichts mehr und ich blogge auch nicht mehr. Ergo - Kontraproduktivität in Vollendung.

- Gregor 20:34 [+] -
...
noch ein test des titels...
- Gregor 08:44 [+] -
...
und jetzt ein test der titel-option...
- Gregor 08:42 [+] -
...
[Test]

Nur ein kleiner Test, ob alles so ist wie es war....

- Gregor 08:34 [+] -
...
- 29.8.03 -
[HST-Zitat]

Da habe ich ja mal folgendes Zitat Hunter S. Thompsons, das auf Nixon bezogen war, umgemünzt auf George W. Bush jr.:

It is Nixon [Bush] himself who represents that dark, venal, and incurably violent side of the American character almost every other country in the world has learned to fear and despise.

Und der gute Hunter S. Thompson, Erfinder des Gonzo-Journalismus, sieht das mittlerweile wohl auch so, daß Richard Nixon heutigen Präsidenten schwerlich das Wasser reichen dürfte:

Compared to these jerks we have in the White House now, Richard Nixon was a flaming Liberal.

Dem ist fast nichts anzufügen...

- Gregor 11:03 [+] -
...
- 28.8.03 -
[Junggeselle]

Eine kleine Geschichte von Franz Kafka möchte ich hier heute widergeben. Und zwar, weil sie so schön ist in ihrer Kürze und Deutlichkeit, aber auch, weil die ihr zugrunde liegenden Gedankengänge mir in dieser Form gute, alte Bekannte sind. Entnommen wurde dieser Text aus dem Band "Erzählungen" der in einer Taschenbuchausgabe in acht Bänden vorliegenden Gesammelten Werke Franz Kafkas, herausgegeben von Max Brod.

Das Unglück des Junggesellen

Es scheint so arg, Junggeselle zu bleiben, als alter Mann unter schwerer Wahrung der Würde um Aufnahme zu bitten, wenn man einen Abend mit Menschen verbringen will, krank zu sein und aus dem Winkel seines Bettes wochenlang das leere Zimmer anzusehn, immer vor dem Haustor Abschied zu nehmen, niemals neben seiner Frau sich die Treppe hinaufzudrängen, in seinem Zimmer nur Seitentüren zu haben, die in fremde Wohnungen führen, sein Nachtmahl in einer Hand nach Hause zu tragen, fremde Kinder anstaunen zu müssen und nicht immerfort wiederholen zu dürfen: "Ich habe keine", sich im Aussehn und Benehmen nach ein oder zwei Junggesellen der Jugenderinnerungen auszubilden.
So wird es sein, nur daß man in Wirklichkeit heute und später selbst dastehen wird, mit einem Körper und einem wirklichen Kopf, also auch einer Stirn, um mit der Hand an sie zu schlagen.

- Gregor 14:55 [+] -
...
- 19.8.03 -
[Hammer]

Wie schrieb Goethe einmal:

...Leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein.


Im Laufe der letzten Woche war ich der Hammer: Konnte ich doch einmal so viel lesen, wie es nicht mal der Bibliomaniac schafft. Das Ergebnis:

1. Das Foucaltsche Pendel, Umberto Eco, 841 S.
2. Jack the Ripper - Case closed, Patricia Cornwell, 336 S.
3. Meister und Margarita, Michail Bulgakow, 525 S.
4. Die Pest, Albert Camus, 349 S.

Macht zusammen: 2051 Seiten in acht Tagen, einen Schnitt von mehr als 250 Seiten pro Tag. Rekord war der vergangene Montag, als ich mehr als 420 Seiten geschafft habe. Wer in Ravensburg und Weingarten jemanden mit einem Buch in der Hand hat rumlaufen sehen, könnte mich jetzt identifizieren.

Alle drei Bücher waren wunderschön und sind interessant und empfehlenswert, Meister und Margarita von Michail Bulgakow fällt aber aus der Reihe: Ein epochales Meisterwerk, mystisch, verzaubernd und vor Originalität und Witz überquellend, hat es politische Brisanz und Weitblick. Eines der zehn Bücher, die man unbedingt lesen muß. (Vielleicht werden alle dieser Werke hier in Kürze rezensiert...)

- Gregor 10:03 [+] -
...
[Alter Schwede]

Bloggen ist in letzter Zeit sehr schwer - irgendwo zwischen ArcorDSL, Blogger.com, w:bloggar scheint es zu klemmen. Einloggen über Explorer (nicht über Opera) hilft anscheinend, aber das ist mir eigentlich zu mühselig. Also, ohne eine funktionable Lösung wird es wohl so bleiben, wie es ist. Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt - noch arbeite ich an meiner Schriftstellerchen-Karriere.

- Gregor 09:36 [+] -
...
- 13.5.03 -
[Pause]

Lange nicht gebloggt, scheint es. Hier die Gründe:

1. Junior ist krank - schon mehr als drei Wochen. Die Backenzähne sind am Anrollen und zwar der Einfachheit halber gleich alle zusammen, und das schwächt den Organismus, hört man, und deswegen ist er nun für jede Infektion anfällig.
2. Damit nicht genug, scheint die Aufgabe des Jogginghobbies auch Juniors Vater (mich) sehr geschwächt zu haben, denn ich bin genau so lange krank.
3. Das verfluchte Diplom - von dem ich zwischen tiefer Abscheu und inniger Freude hin- und hergerissen werde - nimmt mich wirklich KOMPLETT in Anspruch. Schlimmste Nebeneffekte: Selbstzweifel, Mutlosigkeit, Arbeitseifer zu ungewohnten Zeiten.
4. Arcor-DSL ist zumindest in Berlin kein ausgereiftes Produkt, Blogger.com sowieso nicht. Beide arbeiten Hand in Hand, mich nicht posten zu lassen, was in erster Linie zum Entstehen der Pause geführt hat. Wie Joggen gilt auch hier: es ist bedeutend einfacher, aus der Gewohnheit rauszufallen als wieder hinein zu kommen.
5. Zwischendurch gab es eine kleine Auszeit, die die Familie bis in die Nähe des Bodensees führte. Wanderziel war unter anderem die malerische Waldburg mit gigantischem Ausblick und Kaiserwetter.

Die Aussichten? Nun, leider eher dürftig. Das Diplom wird mich noch etwa einen Monat in Anspruch nehmen. Danach werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach in ein epochales Motivationsloch fallen. Die totale Neuordnung meines Lebens, meiner Hobbies und ähnlicher Dinge steht sowieso an. Aber: Kopf hoch, schreiben macht mir immer noch Spaß, genug Senf zum Abgeben habe ich auch noch und meine Frau, die allerliebste und reizvolle Maria, hat bereits orakelt, daß meine richtige Blogger-Eruption nach dem Diplom ansteht...wenn das kein gutes Omen ist.

Ich glaube bloß, daß ich irgendwas ändern werde, den Rhythmus, das Thema, das Design - ALLES. Neue Themen geistern mir schon unzählige durch den Kopf, und der Stapel mit den To-do-Sachen wächst:

1. Rezension von Kurt Vonneguts Cat´s Cradle
2. Rezension von Heribert Illigs Das erfundene Mittelalter (das ein eigenes Blog füllen kann, da tobt ein Streit vergleichbar der Schußwaffengeschichte des Dr. Lott, und eine kurze Recherche offenbarte, daß beide Seiten auf gezinkte Karten nicht verzichten wollen, aber dazu später mehr)
3. Foltergesetze, Kinderschutz und ähnlich seltsame internationale Gesetze und die Haltung der Bundesregierung
4. Der Kampf der Verkehrsträger und die Entwicklung meiner Haltung dazu

Und einige andere Sachen, wie zum Beispiel etwas Baseball... man darf also gespannt sein und hoffen, daß ich das Ruder rumreiße - wenn es auch etwas dauern mag. Bis dahin wünsche ich allen einen phatten Sommer und haltet Euch ruhig solange an Moe, der schreibt immer was und immer gut zu lesen ist er auch.

- Gregor 20:20 [+] -
...
- 16.4.03 -
[Ende der Fahnenstange]

Ich hoffe, dies wird mein letztes Blog zum Thema Irak-Krieg.

Nicht, weil ich der Meinung bin, daß der Krieg vorbei ist oder demnächst sein wird - meine Meinung habe ich klar geäußert: wenn Saddam Hussein tot ist, fangen die Probleme erst richtig an. Kurden, Schiiten und was weiss ich noch wer werden bestrebt sein, einen Nationalstaat zu gründen oder zumindest Autonomie zu erlangen. Während eines Bürgerkriegs könnte der Iran auf den Gedanken kommen, sich des Iraks zu bemächtigen - um nebenher etwas Rache für den letzten Waffengang zu nehmen. Die Folge wäre das bevölkerungsreichste arabische Land mit den zweitgrößten Ölreserven der Welt, ein neues Schwergewicht im Mittleren Osten. Allerdings, der Iran ist ja gemäßigt, nicht wahr?

Die irakische Armee könnte aus Syrien zurückkommen, und zwar genau dann, wenn die Amerikaner ihre Truppenstärke reduziert haben. Allerdings, wer glaubt denn wirklich, daß die Iraker ihre Waffen und Regierung im Ausland geparkt haben? Klingt doch eher nach einer Hexenjagd, oder? Fakt ist jedenfalls, daß die Befreier nicht sehr beliebt sind und eine Besetzungs- oder Friedenstruppe großen Problemen gegenüber stehen wird. Aber das alles sind eigentlich nur Gründe, weshalb ich hoffe, mich nicht mehr zum Irak-Krieg äußern zu müssen. In Wahrheit ist es ganz anders - ich will nicht mehr. Ich habe, man verzeihe diesen umgangssprachlichen Ausdruck, die Schnauze voll. Die Quinteszenz eines Gespräches, das ich mit meinem Freund und Buddhisten Lars Fächner vor einigen Tagen geführt habe, lautet:
Gefahr für die Demokratie geht nicht vom Einsturz zweier Wolkenkratzer aus, sondern viel mehr von den darauf folgenden Reaktionen zynischer Lügner.
Donald Rumsfeld hat am ersten Tag des Krieges eine Liste vorgelegt, die acht Punkte enthält, die wir "freiheitsliebenden Heilsbringer" im Irak umsetzen wollten:

- Das Regime von Saddam Hussein durch Militär ausschalten, das den Irakis klar macht, das Saddam und sein Regime am Ende sind
- Massenvernichtungswaffen, deren Trägersysteme und Produktionsstätten zerstören
- Terroristen, die im Irak Zuflucht gefunden haben, vertreiben
- Informationen über Terrornetzwerke sammeln
- Informationen über Netzwerke illegaler Aktivitäten mit Massenvernichtungswaffen sammeln
- Sanktionen beenden und umgehend humanitäre Hilfe leisten
- Irakische Ölfelder und Naturressourcen sichern
- Den Irakis helfen, die Bedingungen für einen raschen Übergang zu einer repräsentativen Regierung zu schaffen

Schon beim Lesen kann zumindest ich mich schwer eines stark vereinfachenden Eindrucks erwehren. Terroristen, die Zuflucht gefunden haben, vertreiben? Zuflucht? Taliban vielleicht, aber nein - den geht es ja in Afghanistan auch gut. Warum eigentlich nicht gefangen nehmen? Terroristen sollen verhaftet werden oder getötet - wobei letzteres besser ist: spart Haftkosten, außerdem Subjekt nicht mehr vernehmbar. Die Beweise für das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen und Terroristen wird man uns schon vorlegen - nur: Geschichte wird von Siegern geschrieben. Die ganze Liste enthält all das Böse, das ein durchschnittlicher Amerikaner wie Joe Smith oder ein durchschnittlicher Deutscher wie Karl Mustermann so vermuten kann - und schafft ein gewaltiges, einfaches, nicht verwirrendes Feindbild.

- Nicht wichtig, daß man außer Pestiziden, die auch in der Landwirtschaft benutzt werden ( außer in Amerika, hat´s den Anschein, - da hat man ja mutierte Gene in den Pflanzen ), haben die Amerikaner noch keine Massenvernichtungswaffen gefunden - ja, Saddam Hussein in seiner Verzweiflung ob des bevorstehenden Sturzes hat auch keine eingesetzt. Aber - Syrien hat sie! Und beim Neuordnen der Region haben wir schon das nächste Ziel!

- Nicht wichtig, daß nach Aussagen Husni Mubaraks, des ägyptischen Präsidenten, der Krieg im Irak 100 neue Bin Ladens hervorbringt.

- Nicht wichtig, daß der Jubel über Saddam Husseins Sturz, der in Bagdad gefilmt wurde, nur von etwa 500 Menschen auf einem Platz in Bagdad kam, eine Meinungsäußerung, die in einer 3-Millionen-Metropole nicht mal marginal zu nennen ist ( Das erinnert an Bilder von Palästinensern, die am 11.9.2001 über den Einsturz des World Trade Center jubelten - nur daß sie meinen Palästinensisch-Kenntnissen nach auch über den Sieg der Weltmeisterschaft im Kranzkuchen-Essen gejubelt haben könnten, mal abgesehen davon, daß es nur einige und nicht alle Palästinenser waren. ) Ganz klar - wir werden offensichtlich manipuliert.

- Nicht wichtig auch, daß Nordkorea eifrig an der Atombombe forscht, dabei von China unterstützt wird ( was einen Einsatz von Armee in dieser Region sehr unwahrscheinlich macht ) und offen von militärischer Abschreckung redet. Iran tut das ja auch, und sowieso - in Pakistan hat man durch diesen Konflikt im Irak die ( gemäßigte ) Regierung so labilisiert, daß Gefahr besteht, daß sie durch radikalere Muslims ersetzt wird - die dann Atomwaffen haben.

Ich habe es schon mal gesagt: Politiker bilanzieren. Den paar toten Zivilisten und gefallenen Soldaten stehen immense historische Gewinne und Machtanteile gegenüber. Und bei einem Volk von 280 Millionen spielen einige hundert oder tausend Opfer keine Rolle, solange man nicht selber betroffen ist. George W. Bush und Donald Rumsfeld haben zwar viele Feinde, aber auch einen sehr guten Sicherheitsapparat. Sie werden wohl kaum Opfer sein. Und wenn es andere Amerikaner trifft, so schreibt man einige Zeilen des Bedauerns, faselt etwas vom kostbaren Opfer auf dem Altar der Freiheit, und dann? Klappe zu, Affe tot - weiter im Text. Auf einen Punkt möchte ich kurz hinweisen - kein Imperium in der Geschichte der Menschheit hat ewig gelebt - jede Hegemonie fällt irgendwann in sich zusammen. Sollten die Amerikaner ernsthaft an der Pax Americana arbeiten, so weise ich nur auf eins hin: die Erfindung des Buchdrucks, der Eisenbahn, des Flugzeugs und nicht zuletzt des Computers haben die Geschwindigkeit der Informationsverteilung, die Mobilität von Waren und Menschen und die gesellschaftliche Entwicklung revolutioniert. Darum wird die Lebensdauer von Imperien heutzutage nicht mehr in Jahrtausenden gemessen - was gerade Deutsche wissen ( unser tausendjähriges Reich hielt ein bisschen mehr als 12 Jahre ).

Für mich ist heute klar: Jedes Bemühen, Krieg zu verhindern, ist zweck- und - viel schlimmer - hoffnungslos. Sei es Bloggen, Demonstrieren, Diskutieren und Briefe schreiben oder sonstwas - der Krieg wird eh stattfinden. Alea iacta est - der Würfel ist gefallen. Dies wird solange so sein, bis auch die Entscheidungsträger selber die Opfer des Krieges tragen, bis sie selber Opfer sind oder in ihrer Familie zu beklagen haben. Nur: dann wird die Sache aller Wahrscheinlichkeit noch hoffnungsloser.

Und deswegen - so oder so hoffnungslos - habe ich keine Lust mehr.

- Gregor 19:42 [+] -
...
[e-bay]

Ich habe mich ja nie für e-bay interessiert, aber die Probleme mit unehrlichen Verkäufern haben die Medien ja jedem unter die Nase gerieben... Geht für die althergebrachten Informationsträger wie Zeitung und Fernsehen wohl ein bisschen auch darum, das Internet allgemein schlecht zu machen, wer weiß das schon. Jedenfalls wurden solche Betrüger nun verurteilt, in den USA und in Deutschland. Der Deutsche geht für zwei Jahre ins Gefängnis, in Amerika gab´s gleich mal fünf Jahre. Tss, tss...

- Gregor 19:33 [+] -
...
[Probleme]

Arcor-DSL und Blogger.com haben seit Donnerstag abwechseln Problemchen ( und haben sie immer noch ). Gepaart mit einer schwierigen, weil arbeitsreichen Phase im Zuge meiner Diplomarbeit erfuhr dieses Blog daraufhin eine nicht zu verantwortende Pause, die ich hoffe, in Kürze beenden zu können. Generell ist gerade die Arbeit am Diplom sehr zeitraubend, die Publish-Frequenz von So it goes wird vorübergehend unzweifelhaft in die Knie gehen. Ich versuche, die fehlende Masse mit mehr Inhalt wett zu machen...

- Gregor 19:33 [+] -
...
- 10.4.03 -
[Anti-Amerikanismus II]

( Dies ist die Fortsetzung des gestern angefangenen Textes zu diesem Thema. Aufgrund der Stapeleigenschaften dieses Blogs liest sich das jetzt etwas umständlich, wenn man es von vorn bis hinten durchschreiten will... )

Dürfen sich die Amerikaner denn beklagen, wenn Islamisten, die den Koran extrem auslegen, zur Waffe ( in diesem Fall dem Steuerknüppel eines Flugzeugs ) greifen und Zivilisten töten? Wie soll man denn der einzigen verbliebenen Supermacht der Welt sonst klarmachen, daß man ihre Einmischung nicht mehr kommentarlos hinnimmt? Amerika hört ja nicht einmal auf die UNO, wenn es einen eigenen Beschluss gefasst hat. Letzten Endes ist das amerikanische Volk dafür verantwortlich, wie es in der Welt betrachtet wird. Aber gerade damit hat man dort Probleme - wie äußert sich Kurt Vonnegut in Cat´s Cradle über den Umgang der Amerikaner mit ihrem Image:
The highest possible form of treason is to say that Americans aren´t loved wherever they go, whatever they do.
Und weiter über die unverständliche Bereitschaft des amerikanischen Volkes, überall einzugreifen und ihren Way of Life zu missionieren:
Americans are forever searching for love in forms it never takes, in places it can never be. It must have something to do with the vanished frontier.
Dürfen wir Deutsche die verheerenden Bombenangriffe auf Zivilisten, die die Alliierten während des zweiten Weltkriegs als Teil ihrer Zermürbungstaktik zum Einsatz brachten, anklagen? Ja, mit Sicherheit. Dürfen wir Deutsche uns darüber beklagen, daß wir Ziel dieser Angriffe wurden? Nein, keineswegs. Unsere Nation ( nicht allein unser Staat ) war ausgezogen, Untermenschen - Juden, Sinti, Roma, Ukrainer, Russen, Slawen und viele weitere ethnische Gruppen - auszurotten, und es hat nicht viel gefehlt, und die uns eigene Präzision und Pflichterfüllung hätte dieses Ziel erreicht. Die Zivilbevölkerung unseres Landes hatte damit doch gar nichts zu tun, warum sie angreifen? Die Züge der Reichsbahn, mit Viehwaggons voller Juden aus dem besetzten Europa, rollten bis Ende 1944 kreuz und quer mitten durch das Reich, während anderswo Materialtransporte an die Front rollten, Zivilisten vor der heranrückenden Hauptkampflinie flüchteten und Jagdbomber den Zugverkehr angriffen. Der Fahrplan wurde im großen und ganzen eingehalten. Und als die Wohnungen der Juden leerstanden? Hat sich da jemand gesorgt, hat sich da jemand den Plünderern entgegen gestellt? Die deutsche Bevölkerung hat nur den Sturm geerntet, den die von ihr gewählte, unterstützte, nie hinterfragte und immer geduldete, bejubelte Regierung ein Jahrzehnt lang gesät hat. Ist die Situation vergleichbar mit der heutigen? Das möge jeder selber entscheiden - es ist, wie vieles im Leben, nur eine Frage des Maßstabs.

Nie wurde mir so klar wie heutzutage, wie jemand wie Ulrike Meinhof zu dem werden konnte, was auch unsere Gesellschaft aus ihr gemacht hat. Ganz klar, um diese Grenze zu überschreiten, die in ihrem Falle zwischen anklagendem Journalismus und dem Griff zur Waffe verläuft, bedarf es auch einer psychischen Deformation. Einer psychischen Deformation, die die Mehrzahl der Menschen nicht mit Ulrike Meinhoff teilt, und die sich zum Beispiel in ihrem seltsamen Verhältnis zu ihrer Tochter offenbart. Woher diese Anomalie kam, ist bereits nachgefragt worden, bringt rückblickend aber wenig für die Opfer. Einen Teil der Schuld, und keinen kleinen, möchte ich anfügen, trägt die Gesellschaft aber allzumal. Ulrike Meinhoff hat nicht mehr getan, als den Zynismus der Macht auf deren Inhaber rückzuprojektieren.

Derselbe Zynismus tritt offen zutage, wenn man an die Vorbereitungen für die Einrichtung des Internationalen Straferichtshofes denkt. Haben dort die Amerikaner doch gefordert, eigene Soldaten von Anklagen auszuschliessen, weil dies für Propagandazwecke genutzt werden könnte. Dies trotz der Tatsache, daß Personen, die im Heimatland bereits angeklagt werden, gar nicht mehr vor den Internationalen Strafgerichtshof gezogen werden können. Also ganz präzise - wenn Amerikaner Kriegsverbrechen begehen würden, und man würde sie in den Vereinigten Staaten vor Gericht stellen, könnte sie niemand vor den Internationel Strafgerichtshof zitieren. Und trotzdem, die Amerikaner schließen eine Reihe von bilateralen Verträgen mit osteuropäischen Staaten, um solche Anklagen zu verhindern, die - wie ausgeführt - nur Sinn machen, wenn die Verbrechen in Amerika unverhandelt bleiben. Nun, da wir die bilateralen Verträge an Ort und Stelle haben, mehren sich die Vorwürfe der Presse, daß amerikanische Soldaten schießlustig sind wie nie zuvor. Auch wenn Dick Cheney Vorwürfe zurückweist, ranghohe Offiziere ausgetauscht werden, sicherer fühlen können sich die Soldaten allemal. Pragmatismus, Bauernschläue, Kalkül oder Zynismus?

Kommen wir zurück zum Vorwurf des Anti-Amerikanismus, den Herr Pflüger allen Skeptikern des Krieges und vor allem der Regierung unseres Landes vorwirft. Nicht daß wir eine andere Meinung als die amerikanische Regierung haben, wirft uns Herr Pflüger vor, sondern die emanzipierende Verkündung derselben, so scheint es. Fehlende Dankbarkeit schließt er auch ein. Dankbarkeit für die Befreiung von Adolf Hitler, für den Schutz vor der sowjetisch-kommunistischen Gleichmacherei und Unterdrückung sollten wir zeigen, und nicht weiter nachfragen, wohin uns unser amerikanisch bestimmter Weg noch führen mag. Mal abgesehen davon, daß vollbrachte Großtaten keine Garantie mit sich bringen, immer wieder Recht zu haben und Großes leisten zu können - ist denn unmündige, unbefristete Dankbarkeit nicht eher Unterwerfung? Wäre die Befreiung dann nicht, rückblickend betrachtet, wegen unserer Garantie des ewig Folgsamseins eher eine Besetzung? Der Umgang mit Sklaven liegt zwar gerade in Texas nicht gar so lange zurück wie in Europa, aber wer solche Konzepte der Regierung der größten Demokratie der Welt unterstellt, macht es sich zu einfach. Das Problem liegt auf unserer Seite. In Abwandlung des Hunter S. Thompson - Zitats antworte ich Herrn Pflüger:
Es sind Leute wie Angela Merkel, Helmut Kohl und Friedbert Pflüger, die den Kadavergehorsam und die unterwürfige Obrigkeitshörigkeit eines glücklicherweise untergegangenen Deutschlands repräsentieren, vor dem einmal alle Länder der Welt das Fürchten gelernt hatten.
Und der Ausblick, unsere Zukunft? Halten wir einmal fest, was sich so ereignet hat:

- die UNO gilt als bestimmendes, leitendes Instrument aller Staaten heutzutage ebensowenig wie zu Zeiten des Kalten Krieges
- eine gewählte, kleine Gruppe von Politikern kann die Geschicke eines Landes für einen bestimmten Zeitraum leiten und stark beeinflussen, ohne dass der Wähler vor Ablauf der Legislatur etwas daran ändern kann
- die Medien lassen sich von allen Kriegsparteien geschickt zur Desinformation einsetzen
- die Friedensbewegung ist hilflos wie eh und je
- die ganze Sache wurde von langer Hand vorbereitet, und wir alle konnte nichts dagegen ausrichten

Wo führt das hin? In die Diktatur der Elite. Demokratie gibt es dort nicht.

- Gregor 19:59 [+] -
...
- 9.4.03 -
[Anti-Amerikanismus]

In der Sendung des rhetorisch begabtesten Moderators des deutschen Fernsehens ( ich mag ihn sehr ), der aber wie keine andere Person die Meinung der Zuschauer spaltet - Vorsicht Friedman - gab es gestern eine Diskussionsrunde zum Thema Bush im Irak - Gewalt säen, Demokratie ernten?. Auslöser des für mich aufregenden Teils war eine Aussage von Helmut Kohl, der sich in die aktuelle politische Diskussion mit folgender Bemerkung einschaltete:
Gerhard Schröder, Johannes Rau und Joschka Fischer sind die prominentesten Vertreter dieses Antiamerikanismus.
Daß sich der Altbundeskanzler gerade zum Anti-Amerikanismus äußert, der derzeit wohl hauptsächlich wegen des Krieges im Irak zur Debatte steht, ist eigentlich nur passend - ging es doch in der Spendenaffäre um seine Person auch und vor allen Dingen um Waffen- und Ölgeschäfte. Übrigens, nur weil der ehrenwerte Herr Kohl die Namen der Spender solange nicht benennt, bis ein Untersuchungsausschuß der 15. Legislaturperiode seine Arbeit beenden muß, weil wir uns in die 16. Legislatur der Bundesrepublik bewegen, bedeutet das nicht, daß er vom Verdacht der Korruption freigesprochen ist. Soviel Deutschland diesem Manne dafür verdankt, daß er in einem relativ kleinen Zeitfenster in der Lage war, international die Einheit des Landes durchzusetzen, sowenig sollte die Meinung dieses Mannes nach den nicht aus der Welt zu schaffenden Korruptionsvorwürfen beachtet werden - der politische Schaden, den er unserer Republik damit zugefügt hat, hebt seine historische Leistung fast wieder auf.

Aber wir schweifen ab. Gestern hatte Michel Friedman als folgende Herren als Gäste geladen:
- Friedbert Pflüger, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag
- Wolfgang Huber, evangelischer Landesbischof von Berlin-Brandenburg
- Olaf Scholz, Generalsekretär der SPD
- Prof. Michael Wolffsohn, Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München

Zu den Ausführungen von Friedbert Pflüger, der der Regierung im Sinne Helmut Kohls linkspolemischen Anti-Amerikanismus vorwarf, möchte ich mich hier äußern. So sind wir Kriegs-Skeptiker also, Herrn Pflüger zufolge, anti-amerikanisch, und in der Konsequenz seiner äußerst naiven Ansicht, folgerichtig auch pro-irakisch. Um auf den Vorwurf des Anti-Amerikanismus gebührend antworten zu können, lasse man mich daher einmal kurz den Umfang meiner aus Zuneigung motivierten Beschäftigung mit Amerika schildern. Ich will nur andeuten, inwieweit ich - als Gegner dieses Krieges - wirklich anti-amerikanisch sein kann:

Wann meine Interesse für Amerika begann, ist mir nicht bewußt. Es geschah irgendwann in meiner frühen Jugend, und die unzähligen Einflüsse, die dazu geführt haben, sind wahrscheinlich hauptsächlich dem Fernsehen und Radio entnommen, das ich meist über die Zonengrenze hinaus empfangen konnte. Gleichwohl geht diese Zuneigung so weit, daß ich noch heute deutschen Filmen und auch deutscher Musik von vornherein skeptisch gegenüber stehe. In der Literatur halte ich die deutsche Sprache für sehr kompliziert und umständlich, lese aber Schriftsteller wie Thomas Mann auch und gerade deswegen so gerne. Die englische Sprache dagegen ist in meinen Augen unbekümmert einfach, dafür aber beschwingt und oft unterhaltender in ihrem Lesefluß. Schriftsteller wie Hermann Melville, Hunter S. Thompson, Kurt Vonnegut, Michael Crichton und Tom Clancy las ich im Original und kann es nur jedem empfehlen. Die beiden letzten Schriftsteller in meiner Aufzählung habe ich mir übrigens relativ vollständig erschlossen, was bei Tom Clancy sogar die technischen Bücher über Atom-U-Boote und dergleichen einschließt. Meine absolute Lieblingsmusik ist Jazz, der neben dem Blues die amerikanischste aller Musikgattungen sein dürfte. Jazzradio läuft in unserer Wohnung rund um die Uhr, selbst Klassik kann da nicht mehr mithalten. Meine Beschäftigung mit amerikanischen Sportarten geht über die Beschäftigung mit Fussball weit hinaus. Gerade Baseball ist ein Sport, der hautpsächlich in Amerika gespielt wird, und der amerikanischer nicht sein könnte.

Nun mag man beurteilen, wie sehr ich Amerika hassen kann, wenn ich ständig seine Kultur in mich aufsauge. Ob Herr Pflüger sich auch so sehr über amerikanische Kultur informiert, ist mir nicht bekannt, darf aber stark bezweifelt werden. Das Argument ist ja von vornherein unsinnig - wer gegen den Krieg ist, ist gegen Amerika. Ich bin nicht gegen Amerika. Ich bin gegen einen Krieg, den seine Regierung scheinbar grundlos vom Zaun bricht. Die Bedenken, daß unter einem Präsidenten mit dem Namen George W. Bush ein Krieg stattfindet, hatten viele, zum großen Teil sicherlich unbewußt - instinktiv! - doch bereits seit seiner Kandidatur, spätestens aber kurz nach Amtsantritt. Ein Zitat Hunter S. Thompsons über Richard Nixon lässt sich leicht auf George W. Bush anwenden:
It is Nixon [Bush] himself who represents that dark, venal, and incurably violent side of the American character almost every other country in the world has learned to fear and despise.
Heute ist klar, warum wir diese Ängste spüren: offensichtlich dient der Krieg höheren bis allerhöchsten Interessen.

Wie jede Regierung der Welt kann sich auch die amerikanische Regierung nicht um die Schicksale einzelner Menschen kümmern - sie muß das Allgemeinwohl im Auge behalten. Wie stellt man das an? Man bilanziert. Der Golfkrieg kostet Geld. Geld, daß Rüstungs- und Energiefirmen verdienen. Aber es sind nicht nur einige wenige Leute, die dieses Geld verdienen - nein, so werden Arbeitsplätze geschaffen und erhalten. Die Milliarden, die uns das bisschen Kriegsspielen kostet, kriegt ja nicht George Bush sr., nur weil er einer Firma vorsteht, die mit Rüstung Geld verdient. DIe kriegt auch nicht Dick Cheney, weil ihm Halliburton eine Aufwandsentschädigung von einer Million Dollar pro Jahr zahlt, damit er sie berät und einige Aufträge an Land zieht. Nein, den Großteil davon kriegen amerikanische Arbeiter, die Waffen und Transportmittel montieren, die die Teile dafür herstellen und, indirekt, natürlich auch die Dienstleister dieser Arbeiter. Volkswirtschaftlich ergibt sich also neben den persönlichen Vorteilen für die beteiligten Politiker ( Wahlspenden, Aufwandsentschädigungen, Direktorenposten ) ein immenser Nutzen für die breite Masse.

Mal abgesehen davon hilft es auch, die Nation zu einigen und zu radikalisieren, wie Randolph Bourne bereits vor 85 Jahren feststellte. Damit schafft man ein Klima, in dem ähnliche Einsätze in der Zukunft vom Volk mitgetragen werden. Dem Arbeitnehmer ist es sowieso egal, ob an seinem Lohn das Blut der Opfer dieser Scharmützel klebt - wie sagte Bertolt Brecht:
Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
Und die Nachteile, die Toten und Verwundeten? Nun, auch hier ist eine Bilanz hilfreich. Beim Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001 starben insgesamt 2819 Menschen, und wer diesen Anschlag immer noch als keine Spätfolge des 1. Golfkriegs betrachtet, verschliesst seine Augen wohl wissentlich. Im Straßenverkehr, durch Nikotin und Alkohol sterben pro Jahr mehr als 250.000 Amerikaner. Wirklich, kein Hahn kräht danach - außer den Angehörigen. Warum sollte sich diese Regierung also über weniger als 3000 Opfer den Kopf zerbrechen, wenn die amerikanische Öffentlichkeit mehr als 250.000 Tote erdulden, ohne gegen Auto-, Zigaretten- und Spirituosenhersteller in den Krieg zu ziehen. Diese Verluste sind bedauerlich, aber - bei der Größe des Volkes von 280 Millionen Menschen - völlig unerheblich und uninteressant. (Übrigens, auch die Beseitigung des Schutts am Ground Zero und der Neubau der dort vorgesehenen Wolkenkratzer schafft Umsatz und Arbeitsplätze.) Die wenigen hundert amerikanischen Mütter, denen man vom Verlust ihrer Söhne, vom kostbaren Opfer auf dem Altar der Freiheit, berichtet, sind da eben so uninteressant, so viel Leid sie auch verspüren mögen, von den irakischen Müttern ganz zu schweigen. Was zählt, ist das große Bild.

Die Trauer und das Mitgefühl, dessen sich die amerikanische Bevölkerung wegen der Anschläge am 11. September sicher sein konnte, sind vielfach erloschen. An ihre Stelle ist Wut getreten, und Bedauern über die stoische Gelassenheit, mit der das amerikanische Volk ihrer Regierung folgt. Viele Fragen, die unbeantwortet bleiben: Werden die Schuldigen des 11. September, allen voran Osama bin Laden, weiterhin gejagt? Heute im Irak, oder später, an anderer Front? Und wie steht es in Afghanistan, wo man zuerst nach ihnen suchte? Dort haben die Taliban neue Stärke gewonnen und sind in Teilen des Landes so sehr an der Macht wie vor dem Krieg. Wenn man Afghanistan schon zur Koalition der Willigen zählt, warum unterstützt man dieses Land dann nicht mehr beim Aufbau einer eigenen Demokratie? Wenden wir uns vom Irak später auch so schnell ab? Ich denke, ja.

[Fortsetzung morgen...]



- Gregor 21:02 [+] -
...
- 8.4.03 -
[Und danach?]

Viele Befürworter des Krieges denken, daß bei Saddam Husseins Tod das Problem gelöst sei. George W. Bush wahrscheinlich auch, und da wird es schon skurril. Das die Probleme dann erst anfangen, beweist der Blick nach Afghanistan: Nachdem die Taliban besiegt waren, wollten wir den Leuten dort unten Frieden, Freiheit und Demokratie geben. Ach, und einige Häuser aufbauen, natürlich...

Hat aber nicht alles so geklappt, scheint es. Aber so sind wir halt, ist der Saddam Hussein erstmal tot, schauen wir wieder andere Sender - und vergessen diesen ganzen Quatsch im Zeistromland ganz schnell. Afghanistan haben wir ja auch vergessen, und warum nicht? Läuft doch gut da unten, oder?
"It's like I am seeing the same movie twice and no one is trying to fix the problem," said Ahmed Wali Karzai, the brother of Afghanistan's president and his representative in southern Kandahar. "What was promised to Afghans with the collapse of the Taliban was a new life of hope and change. But what was delivered? Nothing. Everyone is back in business."
Diese Frage hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Wird sie auch erhalten, sollte irgendwann mal alles so laufen, wie ich es mir vorstelle. Ich notiere es und schwöre, mich zu bessern.

( via Counterspin Central )

- Gregor 19:38 [+] -
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[Journalismus im Kriegsfall]

Der Deutsche Bundestag unterhält eine eigene Zeitung, die wöchentlich unter dem Namen Das Parlament erscheint. In dieser Zeitung, zu der auch eine interessante Beilage in Heftform mit Beiträgen zu Politik und Zeitgeschehen gehört, erfährt man so einiges über die parlamentarischen Ereignisse der letzten Zeit. Dies beinhaltet das Einbringen von Gesetzesentwürfen und Anträgen zu den verschiedensten Themen. In der mir vorliegenden Ausgabe vom 7. April 2003 wird neben vielen anderen Problemen zum Beispiel über die schwierige Lage auf dem Lehrstellenmarkt, eine Imagekampagne des Touristikausschußes für die Fußball-WM 2006, die Reformierung der Gebührenordnungen der freien Berufsgruppen, Abkommen mit Nachbarländern und auch den Bundesverkehrswegeplan diskutiert. Man erfährt, wer den Antrag oder Gesetzesentwurf einbringt und wie sich andere Fraktionen dazu äußern.

Der Vorteil gegenüber den üblichen Tageszeitungen ist dabei, daß man über alle Geschehnisse im Deutschen Bundestag unterrichtet wird, nicht nur die Themen, die die öffentliche Meinung für unbedingt wichtig hält und die deswegen die Chefredakteure der Tageszeitungen in ihre Blätter aufnehmen. Gerade Themen wie der Bundesverkehrswegeplan, ein Entschließungsantrag zum Waldzustandsbericht oder Anträge zum Begutachtungsverfahren der Europäischen Spallations-Neutronenquelle entgehen der öffentlichen Aufmerksamkeit, obwohl sie doch wichtig und interessant sind. Einen weiteren Vorteil bietet Das Parlament dahingehend, auch als Debattendokumentation zu dienen. Zwar werden nur einige oder gar bloß die Hauptdebatte der letzten Woche dokumentiert, aber das sind dann die Debatten, von denen man auch in den üblichen Tageszeitungen liest. Nur kriegt man hier die Beiträge der einzelnen Politiker im Wortlaut zu lesen. Ich habe ja bereits einen Kommentar zur Inaugural Adress von George W. Bush verfasst, und hatte auch vor, etwas Ähnliches mit den Antrittsreden unseres Kanzlers Gerhard Schröder zu veranstalten. Leider konnte ich selbst mit einigem Such-Aufwand keine einzige dieser Reden im Wortlaut über das Internet finden - in Das Parlament wären sie abgedruckt.

Die Beilage äußert sich in der mir vorliegenden Ausgabe, die die erste eines vier Wochen dauernden, kostenlosen und nicht automatisch sich verlängernden Probeabonnements ist, über das Meta-Thema Jugend und Politik. Ein kurzes Überfliegen der einzelnen Artikel verrät, daß sie dem Anspruch von Forschungsarbeiten genügen und mit reichlich statistischer Auswertung und Literaturverweisen unterfüttert sind. Interessant ist das Thema Jugend und Politik allemal, gerade auch für mich, wenn sicherlich auch nicht in jeder Ausgabe die Neugier jedes einzelnen Lesers entfacht werden wird. Da So it goes ja verzweifelt um thematischen Tiefgang und Anspruch ringt, werde ich das Blatt voraussichtlich abonnieren.

Was soll jetzt aber die Überschrift bedeuten? Die hat doch rein gar nichts mit Das Parlament zu tun, oder? Ja, bis jetzt nicht - korrekt. Aber in der Ausgabe vom 7. April findet sich auch ein Interview mit dem Hamburger Kommunikatiosnwissenschaftler Friedrich Krotz zum Irak-Krieg und der Arbeit der Journalisten dabei. Einige seiner Antworten sind sehr interessant. Auf die Frage, ob Medien den militärischen Sprachgebrauch übernehmen sollten, antwortet Krotz:
Zum Beispiel sollten sie diese Gesundheitssprache nicht benutzen. Diese technokratische Sichtweise, in der es heißt, man habe einen "Gegner neutralisiert", man habe "kluge Bomben" und ähnliches. Das zu verweigern, ist wichtig. Und man muss auch darüber nachdenken und diskutieren, wie der Zweck einer solchen technokratischen Gesundheitssprache unterlaufen werden kann.
Dieses angedachte Unterlaufen - sich nicht gleichschalten lassen - schliesst auch das Konzept der embedded correspondents ein, das die Amerikaner anbieten. Dabei dreht es sich um eingebettete Journalisten, die zum Beispiel an Bord eines Panzers mitfahren oder aus der Hauptkampflinie berichten dürfen, dies dafür aber nur nach vorgeschriebenen Regeln. Vorher durchlaufen die Journalisten ein Trainingslager, um auf ihre Einsätze vorbereitet zu werden. Dazu Friedrick Krotz:
Es kann für Journalisten hilfreich sein, zu wissen, wie sie sich unter Beschuß im Krieg verhalten sollen. Aber es ist eine Strategie des US-Militärs, Sympathie zu erwerben, indem sie diese Leute ausbilden. Viele junge Männer, die eine Journalismusausbildung gemacht haben, drängen geradzu danach, im Krieg mit coolness zu berichten, um jeden Abend im WOhnzimmer zu erscheinen. Das ist ein Schritt auf der Karriereleiter. Durch solche Campgeschichten, die an das Bild vom trinkfesten Hardcorejournalisten anknüpfen, die irgendwo in der weiten Welt herumfliegen, erzeugt man das Bild eines Journalisten, der im Krieg knallhart berichtet. Aber das stimmt heute so nicht mehr. Es ist das falsche Bild von lauter Einzelnen, die sich durch die Gegend schlagen. Tatsächlich ist Presseberichterstattung, ist Journalismus ein hochgradig vernetztes System, das nicht nur national sondern auch international vernetzt ist - ein System, in dem viele zusammenarbeiten, gemeinsam Technik bedienen, kommentieren und dafür sorgen, daß eine vernünftige Berichterstattung stattfindet.
Aber die Meinung einzelner Journalisten lässt sich eben besser kontrollieren, vor allem, wenn man ihren männlichen Stolz und ihr Ego streichelt, indem man sie gleich neben der kämpfenden Truppe berichten lässt. Das Wort aber vor der Strategie des US-Militärs deutet an, daß Krotz es für unpassend hält, sollte das US-Militär um Sympathie werben. Letztendlich können sie auch das tun, es kommt nur darauf an, ob man sich und seine Sympathie davon beeinflussen lässt. Problematisch wird es nur, wenn das Militär und die Regierung anfangen, die Berichterstattung zu kontrollieren - das wäre Zensur, und die beschneidet unsere Menschenrechte. Weitere Vorschläge von Friedrich Krotz für unabhängige Berichterstattung und die derzeitigen Probleme dabei:
Wir alle haben diese Bilder von Blitzen und Raketenexplosionen vor grünen Hintergründen im Kopf, von unübersichtlichen Satellitenaufnahmen. All das sind technisch gewonnene Eindrücke vom Krieg, die durch die Militärs gefiltert wurden. Angesichts der weltweiten Bedrohung, die vom Irakkrieg ausgeht, wäre es wichtig gewesen, wenn die Medien auf neue, moderne Technologien zurückgegriffen hätten. Bei rechtzeitiger Vorbereitung wäre es möglich gewesen, zum Beispiel Satelliten zu mieten oder Drohnen einzusetzen, um unabhängige Informationen aus jenen Kriegsgebieten zu bekommen, in die Journalisten nicht hin dürfen. Das wäre besser gewesen als das, was die Amerikaner präsentiert haben. Die andere Ungleichzeitigkeit besteht darin, daß die Kriegsberichterstattung aller Globalisierung zum Trotz noch immer national ausgerichtet ist. Die Deutschen schicken deutsche Reporter an die Front, die Franzosen französische Reporter, die Spanier spanische. Wir leben aber in einer Zeit, in der Information, in der Wissen zunehmend vernetzt ist. Wir müssen darüber nachdenken, wie man Medienberichterstattung über den Krieg breiter fundieren kann. Im Kosovokrieg etwa wäre es hilfreich gewesen auch zu verstehen, wie die russische Bevölkerung darauf reagiert, wie die russischen Medien berichten. Aus Griechenland kamen Journalisten, die bis zum Ende des Krieges aus Belgrad berichten durften. Aber all das wurde hierzulande nicht zur Kenntnis genommen.
Mit seinem Begirff der Ungleichzeitigkeit bemängelt Krotz die nicht nur zeitliche Diskrepanz zwischen Kriegsführung und Berichterstattung. Wer soll aber die Satelliten und Drohnen bezahlen? Eigentlich kommen dafür nur internationale oder sehr große nationale Pressedienste in Frage, die die Informationen dann allen anderen Sendern verkaufen. Das deutet aber schon fast ausschließlich auf große amerikanische Sender hin - von denen zum Beispiel CNN gänzlich zufrieden mit den von den Militärs bereitgestellten Informationen scheint. Natürlich könnten sich auch große europäische Medien, Nationen übergreifend, zusammenschließen, um diese Kosten aufzubringen. Das würde aber immer noch hohe Kosten mit sich bringen, und aufwändige Logistik erforderlich machen. Anzudenken wäre es aber allemal, da hat Krotz sicherlich Recht. Offensichtlich hat dies niemand getan, und so lautet Krotz Urteil über die bisherige Arbeit der Medien folgerichtig:
Die Medien haben die Tendenz, alle Bereiche des menschlichen Alltags aufzugreifen und aus ihnen Stoff für Unterhaltung zu machen. Das gilt nicht nur für "Big Brother", das gilt auch für den Alltag im Militär. Wenn dies aber im Kriegsfall und wenn es darüber hinaus in den Vereinigten Staaten [von Amerika] geschieht, dann ist das eine Methode, die Menschen in den Krieg zu ziehen. Die Medien verzichten weitgehend darauf, ihre Aufgabe als Wachhund der Demokratie wahrzunehmen. Das macht mir Angst, weil es [die USA] ein großes, ein wichtiges Land für die ganze Welt ist.
Womit Friedrich Krotz uneingeschränkt Recht hat. Auf eine weitere Gefahr weist Krotz hin, die auch So it goes auf uns zukommen sieht:
Im Irakkrieg wird eine Frage sein: Hat Saddam Hussein tatsächlich Massenvernichtungswaffen oder hat er sie nicht? Und ich habe Angst davor, dass - sollte Saddam Hussein keine Massenvernichtungswaffen, keine Giftgase einsetzen - wir trotzdem den Eindruck vermittelt bekommen werden, dass er dies doch getan hat. Nehmen Sie die Anthrax-Anschläge nach dem 11. September in den Vereinigten Staaten [von Amerika]. Hinterher hat sich herausgestellt, daß es eine inneramerikanische Angelegenheit gewesen ist. Aber das ist nie richtig an die Öffentlichkeit gedrungen. Das heißt, wir sind Objekte von Inszenierungen, von Manipulation. Wir sind Zielgruppen, um diesen Krieg zu unterstützen. Die Journalisten haben eine wichtige Rolle, um das zu unterstützen oder zu verhindern.
Vielleicht bringt das weltweite Bloggen ( Lincoln Plawg, Stand down, Counterspin Central ) ja eine Infusion neuer Ansichten in den Journalismus, die diesem hehren Ziel behilflich ist.






- Gregor 19:23 [+] -
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[Schrecken]

... umklammerte mich mit eisernem Handschuh, als ich heute den Lokalteil des Tagesspiegels vom gestrigen Tage las:

- Offensichtlich überfliegen amerikanische B-52 Bomber auf ihrem Weg in den Irak Berlin
- Vorbei am Treptower Park, einem der schönsten innerstädtischen Naherholgunsgebiete, soll eine Stadtautobahn gebaut werden
- die NPD plant, am 1. Mai einen Siegeszug durch Charlottenburg zu veranstalten
- der Schuldenstand Berlins beläuft sich auf 47.847.381.349 Euro

Wie gesagt, das war nur der Lokalteil dieser Zeitungen. Auf Wirtschaft, Sport und Politik habe ich anschließend verzichtet - das war ja auch genug für den Anfang.

- Gregor 19:20 [+] -
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- 7.4.03 -
[Rausch der Macht]

Schon Adolf Hitler und Josef Stalin sind ihr verfallen, die Preußenkönige auch, und Richard Nixon ließ auch nicht viel unversucht, um sie weiter auszuüben - Macht. Dieser Bericht beleuchtet die Frage, wie George W. Bush, der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, mit ihrer betäubenden Wirkung umgeht. (via Unqualified Offering)

- Gregor 20:47 [+] -
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[AEG-Gelände, zwischen Voltastrasse - Humboldthain]

Die Bauingenieure an der TU Berlin sind ja nicht mehr auf dem Campus am Ernst-Reuter-Platz angesiedelt, sondern wurden vor zwei Jahren in den Wedding auf das ehemalige AEG-Gelände ausgelagert. Das voraussichtliche Ende der Bauingenieurfakultät, die noch dazu Grüngungsmitglied ist, an der einzigen technischen Universität Berlins durch den Rauswurf vom Hauptgelände vorwegnehmend, ist die neue Umgebung zumindest optisch eine Bereicherung des Studiums.

Das AEG-Gelände, dessen erste Nutzung als Viehhof bereits über 125 Jahre zurückliegt und das anschließend unter anderem als Pferdestall für bespannte Omnibusse diente, besteht aus einem Komplex prächtiger Backsteingebäude mit großen Fenstern, die sich über alle sechs Etagen der Gebäude erstrecken. Fassadenlampen, Eingangstüren und Fahrstühle sind vielfach noch original erhalten, nur die Fenster wurden, um den bauphysikalischen Ansprüchen genüge zu tun, erneuert. Daß man dabei auf ein einheitliches Konzept der Fensterleibungen für das gesamte Areal Wert gelegt hat, verleiht der Einheit des Komplexes zusätzliche Schönheit. Die riesengroßen, gemauerten Außenwände des Werkes der Allgemeinen Electricitaets-Gesellschaft, das einmal 9200 Angestellten Arbeit bot, wirken durch die gewaltigen Fensterfronten trotz ihres gediegenen, wärmelnden Steinmaterials luftig und licht. Man liest es bereits heraus - die Gestaltung des gesamten Geländes sagt mir zu. Auch die Arbeitsbedingungen im Innern der für die Bauingenieurstudenten und ihre Professoren angemieteten Räumlichkeiten sind erheblich besser als im Erweiterungsbau an der Strasse des 17. Juni oder im Schleicherbau an der Hardenbergstrasse.

An einem Morgen vor einigen Wochen herrschte im Norden Berlins dichter Nebel. Als ich, vom Humboldthain kommend, in Richtung des Bauingenieurgebäudes lief, raubte der Anblick mir beinahe den Atem. Der Humboldthain ist übrigens während des Zweiten Weltkriegs einer der drei Standorte für Flaktürme in der Berliner Innenstadt gewesen. Die anderen beiden mit Flakbatterien besetzten Betontürme standen im Friedrichshain und am Zoologischen Garten. Die Türme im Friedrichshain und Humboldthain müssten eigentlich noch stehen, der am Zoologischen Garten ist weg. Warum eigentlich stehen? Nun, eine der glänzendsten Ideen der Nachkriegsberliner war, in Richtung dieser Türme Schienen zu verlegen, und mit einer darauf fahrenden Schmalspurbahn mit angehängten Kipploren die nicht weiter verwendbaren Trümmer zerbombter Häuser bei den nun militärisch wie zivil unbrauchbaren Türmen zu entsorgen. Daraus entstanden sind Trümmerberge, wobei der im Friedrichshain übrigens im Berliner Volksmund Mont Klamott genannt wird. Auf diesen Bergen haben Landschaftsbauer später Parks mit Spielplätzen und viel Grün angelegt, was Berlin letztendlich die Ehre eingebracht hat, eine der grünsten Hauptstädte Europas zu sein. Während des Sommers sind diese Parks die grüne Lunge der Stadt, Naherholungsgebiet und saisonaler Lebensmittelpunkt nicht weniger Stadtbewohner. Aber wir schweifen ab.

Der Anblick des von Schienen zerfurchten Kopfsteinpflasters, mit hingetropftem, schmelzenden Schneematsch bekleckert und wegen des Nebels langsam aus dem Nichts auftauchend, hauchte die Erinnerung an alte, geschäftige Zeiten des AEG-Geländes ein. Nebelschwaden waberten über den feuchten, kalten und geräumigen Hof, und verhüllten die filigranen Strukturen der unter Denkmalsschutz stehenden Schwerlastkräne nur unvollständig. Deren übergroße Präsenz wurde durch die Sichtbarkeit von nur Einzelheiten ihres Aufbaues verstärkt. Mit jedem Schritt, den ich diesem orgiastischen Gemälde nähertrat, wurden mehr Details sichtbar, während andere wegen des neuen Blickwinkels und des lebenden, sich bewegenden Nebels wieder verschwanden - der Hof und alle ihn umgebenden Baulichkeiten erwachten aus ihrer Starre. Als ich stehenblieb, um einen Blick dahin zu werfen, wo ich herkam, stellte ich fest, daß der Nebel meine Spur bereits verschluckt hatte. Ich war im Nirgendwo. Selbst Geräusche wurden durch den Nebel verschluckt oder durch Dämpfung verfärbt. Alles, was ich nun noch sehen konnte, waren aus dem Nichts auftauchende, unvollständige Strukturdetails der mich umgebenden Gebäude und Kräne. Schienen führten den Blick in die graue, kochende Masse, um dann entweder aufzuhören oder im Gewirr von Milliarden feinster, tanzender Wassertröpfchen zu verschwinden.

Hätte ich einen Fotoapparat dabeigehabt, und nur ein bisschen Ahnung vom Fotografieren, ich hätte mich berühmt geknipst. Ich hätte großartige, epochale Bände mit Bildern füllen können, wenn ich die einzigartige, bedrückende und melancholische Stimmung des Hofes hätte einfangen können. Irgendwann hoffe ich, Zeit und Glück vorausgesetzt, einer ähnlichen Situation auf diesem Gelände mit meiner Kamera in der Hand gegenüber zu stehen. Solange mögen dem Leser diese wenigen Worte anstelle der Bilder genügen.

Warum ich das heute schreibe? Es gab zwar keinen Nebel heute morgen, dafür hatte uns der April hier in Berlin nach der vergangenen, angenehm warmen Woche überraschend Schnee spendiert. Die frische, zum Schneiden klare Luft dieses Aprilmorgens gab den Blick auf filigranste Einzelheiten frei, während sie mir mehr kalten Sauerstoff in die Lunge presste, als notwendig erschien. Und diese frische Schneedecke mit Anhäufungen, Verwehungen und Matschpfützen bedeckte den Hof und sein Schienenmuster dermaßen ästhetisch, daß mir eine Eintragung in meinen Notizblock einfiel, in der ich notiert hatte, wie sehr mich der Anblick des Hofes schon einmal, damals von Nebel verhüllt, begeistert hatte. In der Konsequenz habe ich davon zumindest heute berichtet.

- Gregor 19:48 [+] -
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- 6.4.03 -
[Blog]

Wer wissen will, was ein Weblog ist, wie man es betreibt, welche Software es gibt und wo man sie findet, und noch viele weitere Sachen, der kann ja mal hier schauen. Alles da, was das Herz begehrt.

Fazit:
1. Sehr gut sortierter Überblick, und vor allen Dingen - recht aktuell.
2. Moe verbringt zu viel Zeit vor seinem Rechner.

- Gregor 13:34 [+] -
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[Lust auf Lesen]

Eine Seite, auf der Bücher rezensoert werden, und wo nicht darauf geachtet wird, nur neue Literatur in den Mittelpunkt zu rücken, sondern auch ältere Werke und Ausgaben Berücksichtigung finden, ist Lust auf Lesen. Daß es auch gleich für meine Linkliste reicht, liegt an dieser Rezension eines Buches über Thomas Mann, daß bald auf meinem Schnell-Lesen-Regal einschlagen wird.

- Gregor 12:12 [+] -
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[Der junge Joseph]

Aus Der junge Joseph, Band II von Thomas Mann´s Epos Joseph und seine Brüder ein kurzer Ausschnitt über eine Facette des Verhältnisses zwischen Kindern und ihren Erziehern:
Ja, des ehrwürdigen Eliezer Persönlichkeitsdurchblick verlor sich im Lichte und nicht im Dunkel, wenn des Schülers Blick sich sinnend an seiner Erscheinung und Gegenwart brach, und auch die Identität anderer Leute noch tat das zugleich - man vermutet schon, welcher anderen. Wir wollen hier, im Vorblick auf Josephs Lebensgeschichte, nur gleich bemerken, daß diese Art von Eindrücken die nachhaltigsten und wirksamsten waren, die er beim Unterricht durch den alten Eliezer gewann. Kinder sind ja nicht unaufmerksam, wenn ihre Lehrer sie scheltend so nennen; sie sind nur aufmerksam auf andere, vielleicht wesentlichere Dinge, als die Sachlichkeit der Bildenden wünschen mag, und Joseph bewährte, mochte sein Blick auch in Unaufmerksamkeit zu verschwimmen scheinen, diese Kinderaufmerksamkeit sogar angelegentlichst - ob durchaus zu seinem Heile, ist freilich eine andere Frage.
Eliezer ist übrigens der Lehrer Jospehs, und, im Gegensatz zur Bibel, die sich da unklar ausdrückt, nach Thomas Manns Meinung sein Onkel - ein Halbbruder von Jaakob. Der vierbändige Roman über Joseph zählt zu dem literarisch Besten, was man in irgendeiner Sprache lesen kann, meine ich - und Thomas Mann sagt selber:
...ich bin sehr geneigt, den Stimmen zu glauben, die dafür halten, daß der Joseph den Höhepunkt meines Lebenswerkes bildet.
Scheut man sich davor, vier Bände anstrengender, aber berauschender, lieblicher, verspielter und wortgewandter deutscher Sprache mit biblischem Inhalt zu lesen, so sollte man, um nicht eine der größten Literaturpassagen in der Geschichte der Menschheit zu verpassen, zumindest den Epilog zu Band 1, Die Geschichten Jaakobs, lesen - eine schwindelerregende, packende Reise durch die Historie unserer Spezies unter dem Hintergrund des Umgangs jeder Generation mit ihrer Vergangenheit und Zukunft.

Aber weiter im jungen Joseph, diesmal über Abra[ha]ms Weg zur Findung seines Gottes:
Um es vor Gott und Menschen zu irgendwelcher Ansehnlichkeit und Bedeutung zu bringen, war es nötig, daß man die Dinge - oder wenigstens ein Ding - wichtig nahm. Urvater hatte die Frage unbedingt wichtig genommen, wem der Mensch dienen solle, und seine merkwürdige Antwort darauf war gewesen: Dem Höchsten allein. Merkwürdig in der Tat! Es sprach aus der Antwort ein Selbstgefühl, das man fast hoffärtig und überhitzt hätte nennen können. Der Mann hätte mögen zu sich selber sagen: "Was bin und tauge ich weiter und in mir der Mensch! Es genügt, daß ich irgendeinem Elchen oder Ab- und Untergott diene, es liegt nichts daran." So hätte er es bequemer gehabt. Er aber sprach: "Ich, Abram, und in mir der Mensch, darf ausschließlich dem Höchsten dienen." Damit fing alles an. ( Dem Joseph gefiel es. )
Weitere Textpassagen werden folgen, denn eigentlich könnte man alle vier Bände hier angeben in ihrer einzigartigen Schönheit. Beschränkt, wie dieses Blog in Raum und Geist ist, wird es aber - nicht unerwartet - nur eine Auswahl geben ( abgesehen vom Urheberrecht ). Man lasse mich nur lesen...


- Gregor 12:06 [+] -
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- 5.4.03 -
[Krieg vorbei?]

Im Flit findet man Ansichten darüber, daß der Krieg bald vorbei sein wird und daß Spuren der chemischen Waffenfabriken zumindest im Süden des Iraks weiterhin fehlen, auch hier oder hier.

Währenddessen ist das Rote Kreuz schockiert über die große Zahl der verletzten und getöteten Zivilisten ( Collateral Damage ), wie Counterspin Central feststellt. Auch Pearl Jam - Konzerte werden für/gegen den Krieg oder seine Befürworter/Gegner verwendet.

John Smith vom Lincoln Plawg kümmert sich um Berichte der BBC, die den bedauernswerten Informationsfluß dieses Krieges bemängeln. Auch bei der Flughafenstory gibt es differierende Meinungen. Außerdem untersucht John Smith die Korrektheit des Einsatzes von Clusterbombs.

Auch der Spiegel dementiert nun, daß Chemiewaffen-Material gefunden wurde. Günter Grass meint, die Aussagen Bushs und Bin Ladens seien beliebig austauschbar, und wirft dem amerikanischen Präsidenten Fundamentalismur vor. Eine arabische Presseschau mit immer fataleren Ansichten hat der Spiegel hier zusammengestellt.

Fazit: Dieser Krieg zeigt eines ganz klar: Informationen sind selbst in den Zeiten des Internets schwer zu beschaffen. Dieser Eintrag ist nur eine Linksammlung geworden.

- Gregor 13:33 [+] -
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[Bizarr bis grotesk...]

Immer wieder hört man Sachen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die man so nicht erwartet:

- diese vier Jungens verteidigen die Heimatfront, ausgerüstet mit Nachtsichtgeräten und Waffen, kümmern sie sich um die Sicherheit in ihrer Kleinstadt. Erinnert einen ja fast an Österreich, oder?
- Auf einem Golfclub in Green Bay kann man seine Golfbälle auf das Gesicht von Saddam Hussein abschlagen. Wenn´s hilft, warum nicht?
- Hier hat ein Mann seine Ehe zu retten versucht, indem er seine Position in der Familie dadurch absicherte, daß er die Frau an eine Hundeleine band. Ob´s geholfen hat, steht noch aus, aber zumindest die Polizei ist nicht mehr so fröhlich.
- Hunde im Trockner trocknen trocknet manchmal nicht nur, sondern tötet. Gerät sollte dann Töter heissen.
- Jemand packt den Leuten Bilder seiner eigenen Nacktheit unter die Scheibenwischer, mit e-mail-Adresse zum Kontakt-Aufnehmen. Schade nur, daß die Polizei dann gleich eine Spur hat.


Auch bei uns gibt es immer mal wieder Merkwürdiges:

- Zum Thema Frauengewalt und Gewalt gegen Frauen findet sich hier einiges, vom psychologischen Blick hinter die Kulissen bis zu Gerichtsfällen.
- Explodierende Hülsenfrüchte veranlassten einen Hobbygärtner in Straubing, die Polizei aufmarschieren zu lassen.
- Beim Reinigen ihrer Toilette blieb diese Frau, ähnlich Werners Klempnermeister, mit dem Arm im Clo stecken.



- Gregor 13:10 [+] -
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[Schriftgröße]

Da gab es also einige Anmerkungen da und dort1, daß Schriftgrößen einen bestimmten Wert nicht unterschreiten sollten. Deswegen habe ich mich rücksichtslos dazu durchgerungen, alle Schriftgrößen um 2 pixel zu erhöhen. Das nicht deshalb, weil dies gutem Design entspricht. Eher, weil mein Wissen und die Formatierungssprache HTML nicht viele Schnittmengen besitzen. Darum einfach alle Werte hinter font-size um 2 erhöht, in der Hoffnung, das angestrebte Ziel mit diesem Schrotschuß auch zu erwischen.

Fazit: Viel Spaß mit den Erfolgen meiner Hammerschlagmethoden in der HTML-Programmierung. Scheinbar hat sich HTML meinen Versuchen gefügt - die Schrift ist größer geworden.

1:   Die Peggy hat sich einmal ablehnend geäußert.

- Gregor 12:38 [+] -
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- 3.4.03 -
[Folter]

Zum Thema Folter hatte ich mich bereits hier, hier und hier ausgelassen. Seitdem habe ich einige Zeit über das Thema und seine Konsequenzen für unsere Gesellschaft nachgedacht.

Mir wurde unter anderem vorgeworfen, nur deswegen gegen den Einsatz von Folter zu sein, weil ich mich nicht in einer Position wie zum Beispiel die Familie Metzler befinde. Meine Einstellung zu diesem Thema ( wie übrigens auch die zum Krieg ) könne ich mir nur leisten, weil ich theoretisch und fern ab der Welt darüber sinniere, aber nicht die praktische Situation berücksichtige. Deutlich gemacht habe ich das hier, so glaube ich, hier, und dort habe ich auch versucht, meinen Zwiespalt in dieser Situation zu offenbaren.

Nun, seitdem ist einige Zeit vergangen. Der Krieg hat das Thema Folter vorerst aus den Schlagzeilen verdrängt. Die Problematik dürfte ( und sollte ) jedoch schnell wieder aufkochen, sobald Zeit bleibt, über Dinge zu reflektieren, die unter anderem auch dieser Krieg mit uns und unserer Gesellschaft anstellt, während wir wie gebannt auf die Lifebilder starren. Der Vorwurf an meine Position rund um Ablehnung der Folter lautet also, daß ich Folter genauso befürworten würde, ginge es um das Leben meiner Nächsten.

Würde ich, na klar. Ich würde...ich werde jedem den Tod und unbeschreibliche Schmerzen bringen wollen, der sich an meinem Sohn oder meiner Frau vergeht. Aber das ist gar nicht die Frage, die zur Debatte steht. Die wirkliche Frage ist die nach der Gesellschaft, in der wir leben wollen. Die Gesellschaft, in der mein Sohn aufwachsen wird, und in der meine Frau und ich ihn groß ziehen wollen. Die Gesellschaft, für die Millionen von Menschen im zweiten Weltkrieg und danach ihr Leben geopfert haben, um sie erst zu ermöglichen. Die Gesellschaft, die der Schoß ist, in dem wir alle uns heimisch fühlen.

Ist erst einmal geklärt, daß wir alle in dieser Gesellschaft leben wollen ( und wer das nicht will, kann ja Änderungen einbringen oder woanders nach seinem Glück suchen ), so steht die Frage zur Debatte, welchen Regeln unser Zusammenleben gehorchen soll. Und genau das ist der Punkt, an dem ich letztendlich angekommen bin, je länger ich über meine Einstellung zur Ablehnung der Folter nachgedacht habe.

In welchem Gemütszustand möchten wir diese Regeln festlegen? Möchten wir dabei Zorn, Angst, Wut und unsäglichen Schmerz fühlen? Wollen wir, dermaßen erregt, die Regeln festlegen, nach denen eine Gesellschaft funktioniert, die zwar oft nur in unseren Träumen und Wünschen friedlich, freundlich und voller Sonnenschein ist, die wir uns aber nichtsdestotrotz voller Frieden und Eintracht herbeisehnen, deren wahrgenommene Schönheit die freie Entfaltung aller in ihr lebenden Menschen bereits als architektonisches Grundelement beinhaltet. Und wir wollen die Regeln aufstellen, wenn wir all jene Gefühle fühlen, die wir im Wunschbild unseres Zusammenlebens nie erkennen wollen?

Ganz klar - nein. Die Regeln, die das Miteinander der Menschen in unserer Gesellschaft bestimmen, wollen wir aufstellen, wenn wir einen kühlen Kopf haben und nicht persönlich angegriffen und erregt sind. Nur dann kann garantiert werden, allen Mitgliedern unseres Gemeinwesens dieselben Rechte und Freiheiten einzuräumen.

Festzulegen, Folter ist sinnvoll, weil man in einer vergleichbaren Situation ähnlich handeln würde, ist also schlichtweg unsinnig. Die Architektur unseres Zusammenlebens kann man nur distanziert und unbeteiligt bestimmen. Ist man erregt und persönlich angegriffen, so mag man, Folter betreffend, handeln, wie man es für richtig hält. Ich halte es aber nicht für weise, daß Entscheidungen, die uns alle betreffen, gefällt werden, während jemand voller Zorn ist und das Adrenalin in seinem Blutkreislauf die Windungen seiner Gedanken bestimmt.

- Gregor 20:06 [+] -
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[Diplomaufgabe]

Nach einigen Gesprächen mit dem micn an der Universität bei der Diplomarbeit betreuenden Assistenten, Dipl.-Ing. Jan Miksch, haben wir eine endgültige Fassung der Diplomaufgabe gefunden, die ich hier wiedergeben werde. Den Abriss des Themas, von dem wir ausgegangen waren, hatte ich schon mal vorgestellt.

Thema: Untersuchung der Finanzierung von Eisenbahn-Bauvorhaben zur Entwicklung von Ansätzen für eine effiziente und transparente Gestaltung

Innerhalb der nächsten Jahre plant die Deutsche Bahn AG die Zulassung ihrer Aktien zum Handel an der Börse. Um für eine entsprechende Attraktivität der Aktien zu sorgen, ist die Steigerung der Unternehmensrentabilität eines der Hauptziele der Deutschen Bahn AG. In diesem Sinne gilt es für die Bahn, Bauvorhaben innerhalb des Schienennetzes unter möglichst geringem Einsatz von eigenen Mitteln durchzuführen.

Die Finanzierung von Eisenbahnbauvorhaben erfolgt größtenteils über öffentliche Gelder, für deren Freigabe das Eisenbahnbundesamt (EBA) zuständig ist. Da das EBA den gesetzeskonformen Einsatz von Bundes- und Landesmitteln überprüft und damit über den Anteil der öffentlichen Gelder an der Finanzierung entscheidet, kommt es bei der Planung von Bauvorhaben immer wieder zu Zielkonflikten zwischen der technisch-wirtschaftlich geeignetsten und der finanziell attraktivsten Lösung.

Im Rahmen der Diplomarbeit sollen die Finanzierungsmöglichkeiten von Eisenbahnbauvorhaben vorgestellt sowie die Probleme hinsichtlich der Transparenz von Kosten, Risiken und Finanzierung untersucht werden. Ziel ist es, für den verantwortlichen Planer eine Übersicht zu entwickeln, mit der mögliche Probleme frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

In der Arbeit soll vertieft auf folgende Punkte eingegangen werden:
- Darstellung und Erläuterung der Finanzierungsmöglichkeiten von Eisenbahnbauvorhaben unter Berücksichtigung der Besonderheiten des EBA,
- Analyse der technischen, baubetrieblichen, baurechtlichen und finanzierungstechnischen Risiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf ein geplantes Eisenbahnbauvorhaben,
- Diskussion der entstehenden Probleme und Entwicklung von Lösungsansätzen für eine effiziente und transparente Gestaltung der Finanzierung

Die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit sind in einer max. 2-seitigen Zusammenfassung darzustellen. Die Arbeit ist sowohl in Schriftform beim Prüfungsamt (Spiralbindung mit Heftstreifen) als auch auf CD-Rom und in Schriftform (Leitz-Ordner) am Fachgebiet einzureichen.

Bearbeitungszeit: 2 Monate


Die gegenüber dem Abriss etwas ungenauere Formulierung lässt mir den gewünschten Freiraum, sollte sich die Arbeit anders entwickeln als bisher abzusehen. Das also ist die Thematik, die mir in den nächsten ca. 75 Tagen durch den Kopf gehen wird, mir den Schlaf raubt und mich an den Rand des Wahnsinns bringen soll. Nun denn...


- Gregor 19:15 [+] -
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- 2.4.03 -
[Uni, die nächste...]

War ich heute doch bei meinem Baubetriebsprofessor Kochendörfer, um wegen meines Diplomthema-Antrags nachzufragen. Der war da, alles war gut - det Ding looft, um auch mal etwas auf Berlinerisch zu sagen. Dann gab mir die Sekretärin auch noch einen Antrag auf Austausch eines Wahlpflichtfaches für die Verteifungen zurück, vom Professor unterschrieben. Die zugrunde liegende Geschichte habe ich hier schon mal erzählt, den Antrag aber vergessen, da mittlerweile überflüssig, so dachte ich.

Da hatte ich jetzt also ein neues Tauschgut, das Wahlpflichtfach Grundbau III. Mit diesem Pfand in meiner Hand ging ich sofort zu Univ.-Prof. Dr.-Ing. Bernd Hillemeier, dem kommissarischen Leiter des Fachgebiets Stahlbeton. Der hatte sich ja letztens quergestellt, als ich andere Fächer zum Tausch angeboten hatte. Heute aber nicht, er bewilligte den Tausch.

Damit ging ich zum Leiter des Prüfungsausschußes, Univ.-Prof. Dr. Erich Cziesielski, um den Tausch auch dort bewilligen zu lassen. Eben jener Erich Cziesielski hatte mir vor einer Woche in einem persönlichen Gespräch wegen eben dieser Tauschproblematik gesagt, daß das generell nicht möglich sei ( es gibt da eine Regelung des Prüfungsausschußes von März 1991 ), daß aber bei einer Zustimmung des zuständigen Fachprofessors dieser Tausch kein Problem darstelle. Diese hatte ich nun, war also frohen Mutes, meine letzte noch ausstehende Prüfung mit anderen Leistungen erbringen zu können.

Dazu muß gesagt werden, daß ein Wahlpflichtfach dazu dient, das Vertiefungsstudium abzurunden. Dies soll verhindern, daß die Studenten zu einseitig ausgebildet werden. Ich habe im Hauptstudium Statik I, II und III mit Klausur und anschliessender mündlicher Prüfung erbracht und soll nun, weil ich nur ein konstruktives Fach vertiefe, noch Statik IV erbringen ( aber nicht als Wahlpflichtfach, sondern festgelegt ). Die Vertiefungen, der eigentliche Sinn des Vertiefungsstudiums habe ich erbracht, die Entwürfe angefertigt, die Klausuren geschrieben und die mündlichen Prüfungen durchstanden. Ergebnisse gefällig? Wie wär es mit 2,0 bei Stahlbeton und 1,8 bei Baubetrieb. Beides innerhalb eines Prüfungszeitraumes abgelegt, was einerseits recht untypisch ist ( ich kenne nur eine Person, die es genauso gemacht hat ) und andererseits dazu geführt hat, daß im letzten Oktober keine Zeit für die Vorbereitung auf die Statik IV-Klausur blieb.

Nun habe ich über das übliche Studium hinaus einige Vorlesungen gehört, weil sie interessant waren. So zum Beispiel Rhetorik und Verhandlungsführung oder Ingenieurmauerwerksbau. Auch diese Scheine wurden mit Rücksprache oder Vorträgen erarbeitet, waren also keine reinen Sitz-Scheine. Ich will mich also nicht um eine Prüfung drücken oder eine Leistung nicht erbringen, ich will nur bereits erbrachte Leistungen dafür eintauschen.

Doch leider, leider, leider hat der liebe Erich Cziesielski mir heute eröffnet, daß ich ihn falsch verstanden habe. Dieser Tausch ist nicht möglich, mein Rumsitzen in Vorzimmern, mein Scheine-Ausfüllen und Gespräche mit Professoren führen, mein Warten und Hin- und Herlaufen war umsonst, weil ich - ganz einfach - etwas falsch verstanden habe. Unnütz auch mein Hinweis auf Kommilitonen, bei denen solch ein Tausch geklappt hat. Die könne ich ihm nennen, deren Bewilligung würde er dann zurückziehen.

Nun, lieber Erich Cziesielski und liebe Karin Groß (Sekretärin), danke für euer ständiges Bemühen um schnelle Studienabschlüsse und gute Ausbildung. Danke für diese unnützen Stunden, die ich heute damit verbracht habe, nichts zu erreichen, weil sich Leute wie ihr hinter bürokratischen Regelungen verstecken. Herzlichen Dank auch für eure aufgesetzte Anteilnahme. Danke auch für den Monat, den ich meinen Abschluß nach hinten verschieben darf, um an einer Klausur teilzunehmen, die andere Leute mit den Fächern wegtauschen dürfen, die ich auch vorweisen kann. Danke für den entgangenen Lohn von ungefähr 2800 Euro, den ich in diesem Monat hätte verdienen können. Was soll ich euch zurufen, um meine Dankbarkeit auszudrücken? Mir fällt leider nichts Druckreifes ein.

So, und jetzt schaue ich mir das hier an.

( Übrigens, der Beitrag ist eigentlich gestern geschrieben worden... )

- Gregor 21:39 [+] -
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[Ausfall]

Blogger.com hatte beim Publishen von Blogeinträgen in den letzten Tagen einige Problemchen und hat sie offenbar immer noch. Es gibt somit keine Anzeichen dafür, daß:

a) ich diesem ganzen Bloggen keine Zeit mehr widmen möchte, denn das will ich weiterhin
b) der neue DSL-Anschluß mich zu sehr vom Bloggen abhält, weil er mich zu sehr zum Surfen anregt ( das tut er, aber... )
c) der Anfang der Baseballsaison alle meine Pläne über den Haufen wirft ( das tut er, aber... )
d) die Diplomarbeit mich zu sehr einspannt, als dass Bloggen weiter möglich wäre ( das tut er, aber... )

...ICH WERDE EIN GUTER, EIN FLEISSIGER, EIN NETTER BLOGGER SEIN.

So it goes.

- Gregor 21:37 [+] -
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- 1.4.03 -
[Irak]

Eine interessante Spielerei mit einigen Informationen findet man hier. Toll, wo man da alles rauf drücken kann. Unterdessen bröckelt die Koalition der Willigen, und die Nerven liegen auch bei den Soldaten blank. Und auch der innere Kreis der amerikanischen Regierung gerät manchmal aneinander...


- Gregor 18:28 [+] -
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- 31.3.03 -
[CIA]

Interessante Informationen findet man auf der Homepage der CIA. Zum Beispiel die Zusammensetzung der Regierungen dieser Welt, das schon erwähnte World Factbook, ein Factbook of Intelligence sowie die üblichen Publikationen und Berichte. Jobangebote gibt es auch.

Neben einem Webmuseum gibt es auch eine virtuelle Tour. Empfehlungen zum Thema Spionageliteratur für Kinder gibt es, wie auch eine Zusammenfassung der Mission der CIA. Fazit: recht interessant, die Factbooks sind sogar äußerst lesenswerte Informationszusammenstellungen.

- Gregor 21:39 [+] -
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[Öl im Irak]

The Lincoln Plawg interessiert sich dafür, wieviel Öl denn jährlich im Irak gefördert wird und nennt 2,5 Mio. Barrel Öl pro Tag. John Smith rechnet dann weiter, was das finanziell bedeutet. Stimmen aber die Zahlen, die er verwendet, und sitzt der Irak auf einem der größten Ölvorkommen der Welt, wie ich nun schon öfters hören konnte?

Mit der Hilfe des World Fact Book der CIA findet man keine Angaben zur Förderquote des Iraks, wohl aber andere interessante Fakten. Globaldefence.net gibt an, daß der Irak derzeit 1,5 Mio. Barrel Öl am Tag ausliefern darf ( im Widerspruch zu Lincoln Plawgs Zahlen ), weist aber darauf hin, daß der Irak von den OPEC-Quoten ausgenommen ist ( exakt dieselbe Seite, nur grafisch aufgebohrt, findet sich übrigens auch bei Lybien News ). Informationen über die Streitkräfte des Irak findet man bei Globaldefence.net natürlich ebenso wie Infos über das Militär jeden Landes dieser Welt.

Die OPEC selber gibt an, daß der Irak über Reserven von 112.500 Mio. Barrel verfügt, und 2.5 Mio Barrel am Tag ausliefert. Wie John Smith bemerkt hat, ergeben sich Differenzen bei der Multiplikation der geförderten Menge mit dem Ölpreis von etwa 30 $ je Barrel zu den genannten 12 Mrd. $ Erlös. Rechnerisch erhält man etwa 27 Mrd. $.

Die Reserven von Saudi-Arabien sind übrigens mehr als doppelt so groß wie die des Irak. Trotzdem hat der Irak die zweitgrößten Ölreserven der Welt, liegt aber nur knapp vor Kuwait, VAE und dem Iran. Die Zahlen beziehen sich aber einerseits auf bekannte Vorkommen ( es werden jährlich neue entdeckt ) und auf bestimmte Ölsorten. Lässt man schweres Öl zu, liegen andere Länder vorn.

- Gregor 21:30 [+] -
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[Iraks Opposition]

Hier wird suggeriert, daß die irakische Opposition im Exil, auf die sich eine Nachkriegs-Regierung des Landes stützen soll, anscheinend etwas den Kontakt zur Lage im Land verloren hat. Nicht verwunderlich das Ganze, nachdem man die letzten zehn Jahre im Ausland verbracht hat. Zugleich aber auch wenig hilfreich.

Für die Koalition der Willigen wirft sich die Frage auf, in welchen Punkten man von den Exil-Irakern noch, sagen wir mal, nicht mit der vollen Wahrheit betraut wurde und wie sehr diese Exil-Iraker in der Lage sein werden, das Land zu führen, sollten sie als Regierung eingesetzt werden.

- Gregor 16:59 [+] -
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- 29.3.03 -
[Tüchtig was los]

Heute war schönes Wetter, so daß wir Junior im Friedrichshain umherlaufen lassen haben, und zwar, folgerichtig, den ganzen Tag. Anschliessend liefen die Vorbereitungen für den Geburtstagsbrunch meiner Frau Maria an, und jetzt gerade schaue Cleveland Indians at Cincinnati Reds, und zwar live über DSL und MLB.com.

Eins zum andern gefügt: ich wünsche allen ein gutes Wochenende, und nein, mehr als diese paar Worte wird es heute nicht geben...


- Gregor 21:27 [+] -
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- 28.3.03 -
[EU-Sprache]

Die liebe Peggy, teuerste Wegbegleiterin des Tilolators, einem meiner glorreichen Bekannten aus Biesdorfer Studentenclub- und Wohnheimzeiten, sendet ja immer so tolle e-mails umher. Damals, als ich noch ein Analogmodembesitzer war ( lang, lang ist her, ja ja ), hatte das manchmal etwas Nerviges. Tortzdem, Peggy ist nett, Tilo auch, ich du er sie es wir ihr sie sind auch nett, und lustig ist Peggys Geschreibe-weiter-versende auch meistens. Heute kam das hier, und weil es sich langsam, aber konzentriert dem Höhepunkt nähert, und weil man wie in Matrix nicht beweisen kann, ob es wahr oder falsch ist, will ich es hier einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, nämlich meinen etwa 25 täglichen Hits:

Official Language of the EU

The European Commission has just announced an agreement whereby English
will be the official language of the EU...rather than German which was the
other possibility.

As part of the negotiations, Her Majesty's Government conceded that
English spelling had some room for improvement and has accepted a 5 year
phase-in plan that would be known as 'Euro-English'.

In the first year, 's' will replace the soft 'c'. Sertainly, this will
make the sivil servants jump with joy.

The hard 'c' will be dropped in favour of the'k'. This should klear up
konfusion and keyboards kanhave 1 less letter.

There will be growing publik enthusiasm in the sekond year, when the
troublesome 'ph' will be replaced with 'f'. This will make words like
'fotograf' 20% shorter.

In the 3rd year, publik akseptanse of the new spelling kanbe ekspekted
to reach the stage where more komplikated changes are possible.
Governments will enkorage the removal of double letters, which have always ben a
deterent to akurate speling.

Also, al wil agre that the horible mes of the silent 'e's in the
language is disgraseful, and they should go away.

By the fourth year, peopl wil be reseptiv to steps such as replasing
'th' with 'z' and 'w' with 'v'.

During ze fifz year, ze unesesary 'o' kanbe dropd from vords kontaining

'ou' and similar changes vud of kors be aplid to ozer kombinations of
leters.

After zis fifz yer, ve vil hav a reli sensibl riten styl. Zer vil be no
mor trubl or difikultis and evrivun vil find it ezi to understand ech ozer.
Ze drem vil finali kum tru!

And zen ve vil tak over ze vorld!


- Gregor 09:46 [+] -
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[Inaugural Address]

...ist die Antrittsrede eines amerikanischen Präsidenten. Die von George W. Bush am 20. Januar 2001 gehaltene Rede findet man hier oder hier. Warum sollte ich mir sowas anschauen?

Nun, Sunzi sagt folgendes in seiner Kunst des Krieges:

Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.

Wäre dieser Grundsatz in den dreißiger Jahren in Deutschland und Europa befolgt worden, und hätte irgend jemand Adolf Hitlers Buch Mein Kampf ( Man beachte bei diesem Link die grotesken Kommentare zu diesem Pamphlet! Den Wortlaut in englisch gibt es, für mich übrigens verwunderlich, hier. ) gelesen und ernstgenommen, so hätte das Mühlwerk der Geschichte, das alles in allem in kurzer Zeit mehr als 50 Millionen Menschenleben zermalmt hat, vielleicht aufgehalten werden können.

Nun will ich keinesfalls andeuten, daß George W. Bush mein Feind ist. Nur weist Sunzi darauf hin, daß es eben besser sei, sich eingehend mit den Motiven und Absichten der Gegenseite zu beschäftigen. Trotzdem in seinem Zitat das Wort Feind vorkommt, lässt sich dieses Zitat hier anbringen und befolgen ( ohne aber George W. Bush als Feind einzuordnen, sondern - als Befürworter einer gewalttätigen Lösung im Gegensatz zum Befürworter einer friedlichen Lösung ).

Ich möchte auch keineswegs, wie manche Politikerin, George W. Bush mit einem Menschen vergleichen, der im letzten Jahrhundert neben Stalin und Mao Tse Tung wohl das meiste Blut an seinen Händen gehabt haben dürfte. Dieser Vergleich würde in vielerlei Hinsicht falsch sein - erstmal ist Bush, der dem Land mit der ältesten demokratischen Verfassung der Welt vorsteht, in keinster Weise ein Massenmörder, Diktator und Menschenrechtsverletzer wie eben jener Adolf Hitler, auch haben die Amerikaner uns von Nationalsozialismus und Kommunismus befreit und Europa einen unvergleichlich langen Frieden und ungeahnten Wohlstand gebracht. Andererseits, und das sollten alle die antiamerikanischen Ideologen nicht vergessen, die solche Vergleiche gerne benutzen, würde die Verantwortung, die unsere Nation und Adolf Hitler für ihre Taten übernehmen müssen, geschmälert und aufgeweicht werden.

Ein Blick auf die Antrittsrede George W. Bushs könnte also, ganz einfach, Erkenntnisse über die Absichten des mächtigsten Mannes der Welt bringen. Fangen wir also an ( wobei ich hier nur Auszüge angebe ):

The grandest of these ideals is an unfolding American promise that everyone belongs, that everyone deserves a chance, that no insignificant person was ever born.[..] Our democratic faith is more than the creed of our country, it is the inborn hope of our humanity, an ideal we carry but do not own, a trust we bear and pass along. And even after nearly 225 years, we have a long way yet to travel.

Das verstehe ich so, daß damit nicht nur Amerikaner gemeint sind, sondern jedermann. Wie sich das dann mit der Behandlung der Gefangenen an der Guantanamo Bay, Kuba verträgt, ist aber nicht klar. Aber daß man noch nicht am Ziel sei und einen langen Weg vor sich hat, wird ja erwähnt.

While many of our citizens prosper, others doubt the promise, even the justice, of our own country. The ambitions of some Americans are limited by failing schools and hidden prejudice and the circumstances of their birth. And sometimes our differences run so deep, it seems we share a continent, but not a country. We do not accept this, and we will not allow it. Our unity, our union, is the serious work of leaders and citizens in every generation. And this is my solemn pledge: I will work to build a single nation of justice and opportunity.

Die harte, in Texas erprobte, Hand also.

America has never been united by blood or birth or soil. We are bound by ideals that move us beyond our backgrounds, lift us above our interests and teach us what it means to be citizens.

Darin unterscheidet sich Amerika von Deutschland - Amerikaner ist man wegen des Gefühls, dem Way of Life, dem American Dream, den man träumt. Deutscher ist man, weil man hier geboren wurde. Alle anderen werden immer Ausländer bleiben. In dieser Hinsicht sind wir einzigartig, unterscheiden uns auch z.B. von den Franzosen und Briten, und tragen an dieser Last gewaltig. Ursache dürfte einerseits der späte Zusammenschluß unserer Nation sein, zum anderen, indirekt, die Revolution von oben, die wie im Beispiel Russlands ins Unglück führte.

America, at its best, matches a commitment to principle with a concern for civility. A civil society demands from each of us good will and respect, fair dealing and forgiveness. Some seem to believe that our politics can afford to be petty because, in a time of peace, the stakes of our debates appear small.

Diese Vergebungswilligkeit vermisst man derzeit. Aber wir sind ja seit dem 11. September 2001 auch nicht mehr im Frieden, oder? Demzufolge:

We must show courage in a time of blessing by confronting problems instead of passing them on to future generations.[..] We will build our defenses beyond challenge, lest weakness invite challenge. We will confront weapons of mass destruction, so that a new century is spared new horrors.

Diese Frage steht also von Anfang an im Mittelpunkt der Außenpolitik von George W. Bush. Es ist also nicht verwunderlich, mit welcher Vehemenz sich die amerikanische Regierung, zusammengestellt unter eben diesem Gesichtspunkt, an die Arbeit macht - seit dem 20. Januar 2001 ist klar:

The enemies of liberty and our country should make no mistake: America remains engaged in the world by history and by choice, shaping a balance of power that favors freedom. We will defend our allies and our interests. We will show purpose without arrogance. We will meet aggression and bad faith with resolve and strength. And to all nations, we will speak for the values that gave our nation birth.

Indirekt wird der Islam erwähnt:

Government has great responsibilities for public safety and public health, for civil rights and common schools. Yet compassion is the work of a nation, not just a government. And some needs and hurts are so deep they will only respond to a mentor's touch or a pastor's prayer. Church and charity, synagogue and mosque lend our communities their humanity, and they will have an honored place in our plans and in our laws.

Diese Menschlichkeit sollte auch andersrum gelten - den Islam nicht von vorn herein verteufeln, sondern nur jene radikalen Auslegungen, die Hass in den Mittelpunkt ihrer Weltanschauung stellen. Gerade im Krieg fällt diese Unterscheidung aber schwer.

The most important tasks of a democracy are done by everyone.

Zu schön ist dieser Satz, um hier nicht auch aufgeführt zu werden. Was für eine Welt würde sich uns erschliessen, wenn sich alle an diesen Satz halten könnten.

Zusammengefasst fällt mir auf, daß meine Beschäftigung mit dieser Rede stümperhaft ist und natürlich viel zu spät kommt. Andere Ausführungen findet man hier oder hier und jeder kann selber beurteilen, was er interessanter findet. Zum anderen fiel mir auf, wie oft Gott erwähnt wird (siehe Wortlaut der Rede), was für Amerika wirklich typisch ist, da diese Nation eben religiöser ist als große Teile Westeuropas. Andererseits verwundert einen dann dieser harte, auf Konfrontation ausgerichtete Kurs der Außenpolitik umso mehr.

Übrigens, viele weitere Reden, unter anderem von George Bush, Bill Clinton, Jim Carter, Dwight D. Eisenhower, Lyndon B. Johnson, John F. Kennedy, Thomas Jefferson, Martin Luther King, Richard Nixon, Ronald Reagan, Franklin D. Roosevelt, Theodore Roosevelt, George Washington und Mary Wollstonecraft sowie einigen weiteren Personen, findet man im Wortlaut hier.

- Gregor 09:09 [+] -
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